Warum sie so gut funktionieren – und wie ihr sie in Sekunden enttarnt
Online-Shopping fühlt sich manchmal an wie ein Spaziergang durch ein Hochglanz-Schaufenster, nur ohne kalten Wind. Leider haben auch Betrüger das verstanden: Fake-Shops schießen aus dem Boden, wirken seriös und räumen in ein paar Tagen mehr Geld ab als ein mittelmäßiger Hehler in einem ganzen Jahr. Höchste Zeit, die Tarntricks aufzudecken.
Was Fake-Shops so gefährlich macht
• Professionelle Websites lassen sich heute in wenigen Stunden zusammenschrauben.
• Produktbilder? Einfach von Herstellern klauen.
• Qualitätssiegel? Screenshot, hochladen, fertig.
• Profit? Fast 100 %, weil einfach nichts geliefert wird.
Und das Krasse: Das Risiko, erwischt zu werden, ist lächerlich gering. Die meisten Shops verschwinden nach ein paar Tagen und tauchen unter neuem Namen wieder auf.
Die 7 zuverlässigsten Anzeichen, dass ihr gerade in einen Fake-Shop gestolpert seid
Die 7 zuverlässigsten Anzeichen, dass ihr gerade in einen Fake-Shop gestolpert seid
- Merkwürdige Domain
Seriöse Shops heißen nicht „onlineshopxyz.de.com“ oder „…xyz.ru“. Wenn euch die URL irgendwie „falsch vertraut“ vorkommt: sofort misstrauisch werden. Betrüger setzen auf Domains, die fast genauso aussehen wie das Original – nur eben mit billigem Beigeschmack. - Am Ende doch nur Vorkasse
Im Checkout stehen angeblich PayPal, Kreditkarte oder Rechnung zur Auswahl – aber plötzlich bleibt nur eine Option übrig: Vorkasse. Das ist der Moment, in dem ihr das Browserfenster wie eine heiße Herdplatte schließen solltet. Keine Kontaktmöglichkeit? Kein Kundenservice? Dann auch kein Geld. - Der „alles-muss-raus“-Preis
Wenn die Preise eines Ladens selbst Outlet-Malls vor Neid erblassen lassen, stimmt etwas nicht. Vor allem, wenn jede Größe, Farbe und Variation sind auf magische Weise immer “auf Lager”. Einige Fake-Shops verwenden inzwischen normale Preise, um glaubwürdig zu erscheinen und mehr Opfer zu gewinnen. Bleiben Sie in jedem Fall wachsam. - Fantasievolle Qualitätssiegel
Trusted Shops, TÜV, Norton - klingt seriös, oder? Schade nur, dass diese Siegel mit einem Screenshot kopiert werden können. Schneller Check: Klicken Sie auf das Siegel. Wenn es nicht zur offiziellen Verifizierungsseite führt → rote Flagge. - Verdächtig perfekte Bewertungen
Shop sagt: “4,9 Sterne!”
Google sagt: “0,8 Sterne... oder gar nichts.”
Sie wissen bereits, was das bedeutet. Verlassen Sie sich niemals auf Bewertungen, die vom Geschäft selbst angezeigt werden. Prüfen Sie immer externe Quellen. - Kopierte oder schlecht übersetzte Allgemeine Geschäftsbedingungen
Viele Fake-Shops kopieren einfach die AGB von anderen Websites oder lassen sie durch minderwertige Übersetzungsprogramme laufen. Warnzeichen: Tippfehler, seltsame Formulierungen oder Verweise auf andere Länder. - Fehlender oder fragwürdiger rechtlicher Hinweis
Seriöse Geschäfte verstecken sich nicht. Wenn es kein Impressum gibt oder die Informationen unvollständig sind - keine Adresse, kein Vertreter, keine korrekten Unternehmensangaben -, sollten Sie nicht einmal an eine Bestellung denken.
Warum Fake-Shops so profitabel sind
Sobald die Website live ist, wird sie via Google Ads beworben. Klickpreis kostet zwar Geld – aber die Betrüger verdienen pro Bestellung alles, weil schlicht nichts versendet wird. Die Marge liegt bei 100 %, die Laufzeit eines solchen Shops bei wenigen Tagen. Danach ist er weg – und erscheint als Klon mit neuem Namen wieder.
Was tun, wenn ihr schon reingefallen seid?
• Sofort bei der Bank anrufen und versuchen, die Überweisung zurückzuholen (geht oft nur innerhalb weniger Stunden).
- Speichern Sie alle Beweise: Screenshots, E-Mails, URLs.
- Überprüfen Sie Ihr Konto und erwägen Sie, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
EuroBoxx Tipp
Um herauszufinden, wem eine .de-Domain gehört, nutzen Sie die Whois-Abfrage bei DENIC. Für .com- oder .net-Domains bietet sich die Whois-Abfrage bei nic.com an.



